Irgendwann kommt leider immer die Zeit...
Timmy lebt nicht mehr....seit dem 12. Juni 2026 ist unser Haus stiller.
Über 3 Monate ist mein Seelenhund nicht mehr bei uns und er fehlt mir jeden Tag...
Wieso ich jetzt erst darüber schreibe?
Weil...ich weiß es gar nicht so genau. Es fiel und fällt mir einfach sehr schwer. Er fehlt jeden Tag, der kleine Clown.
Aber er war der Startschuss für meine ganz persönliche Reise und mein Business.
Ich finde, da bedarf es ein paar Worte in meinem Blog...
Dieser kleine Mann, dieser Clown, mein Lehrmeister, hat mich herausgefordert und mir gleichzeitig sooo viel Liebe, Wärme und Spaß geschenkt. Als er mit 8 Monaten als Rohdiamant und all seinen Ängsten und Unsicherheiten aus Griechenland zu uns kam, bin ich an manchen (eigentlich den meisten) Tagen echt verzweifelt.
Innerhalb unseres Hauses lief alles direkt mega gut. Da konnte ich mich nicht beschweren. Ein bisschen Training war notwendig, damit er die Frettchen nicht ständig als Spielzeug durch die Gegend stubst, aber im Großen und Ganzen ging er super mit ihnen um und bald wurde dann auch zusammengekuschelt beieinander geschlafen.
Die Stubenreinheit funktionierte auch in Windeseile, das Vertrauen ineinander wuchs täglich.
Unsere großen Baustellen?
- Alleine bleiben
Das klappte lange leider überhaupt nicht und ich verstehe deswegen heute jede Kund*in, die damit struggelt.
Ich war damals noch Vollzeit angestellt, hatte aber natürlich mit meiner Mutter den "Deal", dass ich Timmy vor der Arbeit zu ihr bringe und nach der Arbeit wieder abhole. Meine Eltern hatten immer selbst 2 Hunde, sodass Timmy den Tag über in bester Gesellschaft war. Und die Hunde meiner Eltern (und meine Eltern natürlich auch) liebte er.
WIN - WIN also. Ich konnte arbeiten gehen und Timmy hatte einen tollen Tag, während ich weg war. Das blieb auch so, bis zu meiner Schwangerschaft, als ich den ganzen Tag zuhause war.
Der Arbeitsalltag war diesbzgl. also super geregelt...aber der Alltag drumherum leider nicht.
Timmy konnte anfangs überhaupt nicht gut alleine sein. Kurze Einkäufe waren nicht möglich. Alleine nur den Raum mal kurz wechseln (Toilette, Waschküche etc.), undenkbar, ohne dass er mein Schatten war. Timmy hat dann geweint, gebellt und Dinge zerstört. Gott sei Dank keine wichtigen Dinge wie Sofa oder Schuhe - er hatte sich auf Deko-Artikel spezialisiert. 😅
Das war recht zügig und auch tatsächlich bis zum Schluss überhaupt kein Problem mehr für ihn. Er hat immer tief und fest geschlafen. 🥰
- Autos bzw. Auto fahren
Timmy hatte eine unglaubliche Angst vor Autos. Alleine um ein parkendes Auto machte er einen gefühlt 30 Meter großen Bogen. Ängstlich geduckt, zitternd wie Espenlaub. Das tat beim Zusehen schon im Herzen weh.
Und du kannst dir ja denken: Wenn Timmy jeden Morgen zu meinen Eltern hin und abends zurück sollte - Auto fahren war da bei 18 km Entfernung leider Pflicht. Ich hatte also 14 Tage Urlaub lang Zeit, das mit ihm gemeinsam zu überwinden. Und das haben wir gemeinsam geschafft. Sogar so gut, dass Timmy bis zum Schluss das Autofahren geliebt hat und in jeden offenen Kofferraum gesprungen wäre. 😂
- Endgegner = Begegnungssituationen 😵💫
Ja - und damit meine ich tatsächlich ALLES!
Hunde, Kinder in allen möglichen Bewegungsformen (laufend, hüpfend, auf Roller oder Laufrad usw.), Erwachsene, Radfahrer, Jogger....you name it!
Ich kann dir sagen: Eine Pfote vor die Türe = Megastress für ihn und mich! 😂
Heute kann ich darüber lachen und liebevoll an diese Zeit zurückdenken....damals war ich mit den Nerven einfach fertig. Vor allem, wegen der ganzen unqualifizierten Tipps, die man von so selbsternannten Hobby-Trainer*innen bekommt. 😂 Wenn du die gleichen Probleme hast, kennst du diese Tipps sicher auch alle schon. Zusammengefasst: Der Hund ist ein dominantes Arschloch, dass dich verarscht und unterjocht. 😂
Dass das nicht stimmt, sollte uns allen klar sein. Diese Probleme haben Timmy und ich, dank einer lieben Trainerkollegin aus dem Nachbarort, zügig komplett positiv und fair in den Griff bekommen. Nix mit Strafen, Maßregelung und Härte.
Sorry, not sorry. 🤷🏼
Auf diesem Wege nochmal von Herzen: Danke Martina! ♥️
Timmy kam Weihnachten 2012 zu uns. Im Oktober 2013 habe ich meine Ausbildung zur Tierpsychologin begonnen. Ich war einfach angefixt von diesem kleinen Clown und Chaoten...ich wollte einfach alles wissen. Was geht da im Oberstübchen und im Körper vor sich, wie zeigt sich das im Verhalten und wie sieht ein faires und positives Training aus, um Verhalten nachhaltig zu verändern.
Dieser kleine Chaot hat eine solche 180°-Wendung hingelegt. War ein so sanfter, empathischer und einfach immer gut gelaunter und lustiger Begleiter - 14 Jahre lang. Der beste "große Bruder" für meine Tochter - von ihrer Geburt an unzertrennlich.
Er fehlt einfach jeden Tag. Klar, der Alltag geht weiter, der wartet nicht. Oft hat man keine Zeit heulend herumzusitzen, zu vermissen, groß nachzudenken - und ich denke, das ist auch gut so. Denn sonst würde man vor Schmerz und Vermissen kaputt gehen...
Dafür sind viele Momente einfach auf Deutsch gesagt, wie ein Schlag in die Fresse...sorry, dass ich das so deutlich ausdrücken muss.
Momente, in denen wunderschöne Erinnerungen kurz aufblitzen, einerseits zum Schmunzeln bringen, aber gleichzeitig auch die Tränen hochschießen lassen.
Ich bin sooo froh und glücklich, dass wir diesen außergewöhnlichen kleinen Kerl bei uns hatten und er uns so lange begleitet hat.
Dass aus dem kleinen ängstlichen Griechen so ein selbstbewusster, großherziger Clown geworden ist. ♥️
Timmy - Schnauzrador - Whooerich - Seelenhund -
DU FEHLST UNS JEDEN TAG!
Und ich danke dir für alles, was du mir beigebracht hast, was ich durch dich lernen durfte.
Und für dich - liebe Leser*in - soll dies nicht nur ein Nachruf auf meinen Seelenhund sein.
Ich möchte dich ermutigen, nicht aufzugeben, wenn du mit deinem Hund gerade in der gleichen Sch..ße steckst, wie ich zu Beginn mit Timmy. Wenn es Baustellen gibt, die sich aktuell mega anstrengend, schwierig und unüberwindbar anfühlen. Wenn man dir Glauben machen möchte, du bekommst das nur mit Strafen, Strenge und Härte in den Griff.
Dir möchte ich mit auf den Weg geben: Ich verstehe deine Emotionen und kann die Hilflosigkeit sooo nachfühlen...ich möchte dir aber sowohl aus meiner Erfahrung als Hunde-Mama eines solchen Hundes damals, als auch mit viel professioneller Erfahrung als Tierpsychologin heute sagen, dass das kompletter Bullshit ist! 😄
Jedes Verhalten hat eine Ursache, eine Funktion und einen emotionalen Hintergrund.
Nie ist es "Der ist dominant!" oder "Der will dich halt verarschen!"
So ticken Hunde nicht.
Wenn du professionelle Unterstützung von einer ehemalig sehr überforderten Hunde-Mama haben möchtest, die deine Situation kennt und nachfühlen kann, meld dich gern für deinen kostenlosen "Team-Check" (kostenloses 30-minütiges Vorgespräch) mit mir an.
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